Meta hat am 15. Oktober Muse Spark Open veröffentlicht, nach eigenen Worten das leistungsfähigste Open-Weight-Modell aus den USA. Von seinen 816 Milliarden Parametern rechnen je Token nur 42 Milliarden mit, weil das Modell jede Anfrage an wenige spezialisierte Teilnetze verteilt. Es liest neben Text auch Bilder, fasst bis zu eine Million Tokens Kontext und ist auf Programmieren und Agenten ausgelegt. Die Gewichte liegen auf Hugging Face sowie bei AWS, Google Cloud und Microsoft; als fertigen Dienst bieten es unter anderem Together AI, Groq und OpenRouter an.
Open Weights bedeutet: Meta gibt das fertig trainierte Modell heraus, nicht aber Trainingsdaten oder Trainingscode, und statt einer Open-Source-Lizenz gilt Metas eigene. Wer das Modell intern nutzt, damit forscht oder es in ein eigenes Produkt einbaut, braucht keine Erlaubnis. Wer es dagegen anderen als Dienst anbietet und mit seinem Konzern mehr als 20 Millionen Dollar im Jahr umsetzt, muss sich vorher bei Meta melden und einen eigenen Vertrag schließen. Hinzu kommen der Pflichthinweis „Built with Muse Spark Open“ in der Oberfläche und eine Liste verbotener Einsätze. Auf Hacker News stritten viele deshalb darüber, ob „offen“ hier das richtige Wort ist.
Für Unternehmen zählt vor allem, dass ein Modell dieser Größe nun im eigenen Rechenzentrum laufen kann. Die Daten verlassen dann das Haus nicht, und niemand kann das Modell abkündigen oder den Preis erhöhen. Billig ist das nicht – für den Schreibtisch nennt Meta zwei Mac Studio mit je 512 Gigabyte Speicher, was Kommentatoren auf rund 30.000 Dollar schätzen. An die Spitze reicht Muse Spark Open auch nicht heran. In Metas eigener Tabelle kommt es im Intelligence Index von Artificial Analysis auf 39 Punkte, die chinesischen Modelle GLM 5.3 und Kimi K3 erreichen 45 und 44. Wer ein offenes Modell aus den USA sucht, bekommt jetzt das stärkste; wer einfach das stärkste offene Modell will, findet es weiterhin anderswo.