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OpenAI DevDay 2026: mehr als 20 Neuerungen, fast alle drehen sich um Agenten

Auf dem DevDay am 29. September 2026 hat OpenAI mehr als 20 Neuerungen vorgestellt, für ChatGPT, Codex und die API. Der rote Faden: Agenten, die nicht mehr nur eine Frage beantworten, sondern dauerhaft Arbeit übernehmen, Rechner bedienen und auf Ereignisse in anderen Anwendungen reagieren – auf Wunsch auch vollständig innerhalb von AWS.

Zur Zusammenfassung von OpenAI (englisch)
OpenAI DevDay 2026: mehr als 20 Neuerungen, fast alle drehen sich um Agenten
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Dots: Agenten im Dauerbetrieb

Die auffälligste Neuerung heißt Dots. OpenAI beschreibt sie als Agenten, die dauerhaft laufen, Verantwortung für wiederkehrende Arbeit übernehmen, lernen, was dem Nutzer wichtig ist, und in seinem Auftrag handeln. Verfügbar sind sie in Pro und Business Premium in ausgewählten Märkten; Enterprise-, Edu- und Healthcare-Kunden erhalten die Beta, sobald ein Workspace-Administrator sie freischaltet.

Für Entwickler: Agents API, Decisions API und Agenten auf AWS

Die Agents API kann jetzt Computer bedienen und bringt Multi-Agent-Funktionen aus Codex, Tool-Suche, Tool-Aufrufe und das Verdichten langer Kontexte mit. Die Infrastruktur dafür betreibt OpenAI selbst.

Die Decisions API ist für eng begrenzte Entscheidungen in Echtzeit gedacht: Entwickler legen eine feste Menge an Fragen und möglichen Antworten fest, das Modell Luna bewertet Text oder Bilder und liefert eine dieser Antworten zurück. Typische Einsätze sind Klassifizierung, das Weiterleiten von Anfragen oder die Wahl des nächsten Schritts eines Agenten. Sie startet als begrenzte Vorschau, eine breitere Freigabe soll wenige Tage nach dem DevDay folgen.

Mit Bedrock Managed Agents, powered by OpenAI haben OpenAI und Amazon verwaltete Agenten für AWS gebaut. Sie verbinden die Agents API mit AWS-eigener Anpassung und Integration; die Agenten laufen laut OpenAI vollständig innerhalb von AWS.

Außerdem unterstützt OpenAI die vorgeschlagene Spezifikation MCP Events: Ereignisse in angebundenen Anwendungen können ChatGPT-Automatisierungen auslösen. OpenAIs Beispiel: Auf einem Projektboard erscheint eine neue Aufgabe, ChatGPT liest die zugehörigen Dokumente und legt selbstständig einen Plan vor.

Modelle, Tempo und Codex

GPT-6.1 Sol ist ein Update von GPT-6 Sol mit Schwerpunkt auf agentischem Programmieren, Computerbedienung und professioneller Arbeit. Nach Angaben von OpenAI kommt es an die Leistung von GPT-6 Astra heran, zu einem Fünftel von Astras regulären Token-Preisen.

Ultrafast ist eine neue Premium-Stufe für mehr Tempo: bis zu achtmal schnellere Ausgabe in Codex, bis zu sechsmal schnellere in der API, bei GPT-6 Astra bis zu 300 Token pro Sekunde. Sie ist für das neue Abo Pro 500 (laut OpenAI das 25-Fache des Plus-Kontingents) und für Enterprise verfügbar; Ultrafast für GPT-6.1 Sol soll folgen.

Codex läuft neben dem eigenen Rechner jetzt auch vom Telefon aus oder in Cloud-Umgebungen, die Teams mit gemeinsamen Einstellungen und Berechtigungen teilen können. Die überarbeitete Codex-CLI lässt sich per Sprache steuern, verteilt Arbeit auf mehrere Aufgaben, setzt Sitzungen fort und unterstützt Worktrees. Neu sind außerdem ein Code-Review in der ChatGPT-Desktop-App, das Feedback für Pull Requests auf GitHub und Merge Requests auf GitLab vorbereitet, und Codex Security Cloud, das ganze GitHub-Repositories planmäßig und bei jedem neuen Commit auf Schwachstellen prüft und Korrekturen vorbereitet.

Private Intelligence: Datenschutz als eigene Produktlinie

Unter dem Namen Private Intelligence bündelt OpenAI Funktionen für Organisationen, die ihre Daten stärker schützen müssen: Zero Data Retention mit Private Safety Processing, eine automatisierte Sicherheitsprüfung, bei der keine OpenAI-Mitarbeiter die Inhalte zu sehen bekommen, und Private Inference, das Confidential Computing mit überprüfbaren Kontrollen verbindet. Private Inference soll im Herbst 2026 als Vorschau erscheinen.

Zusammenarbeit in ChatGPT

Der Rest der Ankündigungen macht ChatGPT zum Arbeitsplatz für Teams: ChatGPT Space als gemeinsamer Wissensraum für Menschen, ChatGPT und Dots, Pages als Dokumentformat für Menschen und Agenten, gemeinsam bearbeitete Präsentationen mit Export nach PowerPoint und Google Slides, ein Meetings-Plugin für Notizen und Aufgaben sowie @ChatGPT in Slack und Microsoft Teams. Plugins bekommen eigene Bereiche in der Seitenleiste und interaktive Panels. Mit „Sign in with ChatGPT“ lässt sich ein ChatGPT-Abo in bislang 16 Partner-Tools nutzen, darunter Notion, Vercel und Devin. Über den OpenAI Marketplace können Enterprise-Kunden einen Teil ihres Vertragsvolumens bei OpenAI für Software von zunächst 32 Partnern wie Figma, Salesforce oder CrowdStrike einsetzen.

Unsere Einschätzung

Für Projekte, die über ein Chatfenster hinausgehen, sind drei Punkte interessant. Bedrock Managed Agents erlaubt es Unternehmen, die ohnehin auf AWS arbeiten, OpenAI-Agenten innerhalb ihrer bestehenden AWS-Umgebung zu betreiben. MCP Events gibt dem Model Context Protocol einen Rückkanal: Agenten müssen nicht mehr abfragen, ob sich etwas geändert hat, sondern werden benachrichtigt. Die Decisions API macht aus einem häufigen Baustein – ein Modell wählt aus einer festen Liste von Antworten – ein eigenes Produkt.

Vieles davon ist allerdings noch Vorschau, Beta oder an teure Abos gebunden, und alle Angaben zu Tempo, Preis und Leistung stammen von OpenAI selbst. Ob GPT-6.1 Sol im eigenen Workflow tatsächlich an Astra heranreicht, zeigt erst ein Test mit den eigenen Daten.

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